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Optionen auf den ES-Future: Handelszeiten, Konfiguration und Stops

5 Minuten Lesezeit

1. Überblick #

Optionen auf den ES-Future können nahezu rund um die Uhr gehandelt werden. Dadurch unterscheiden sich Handelszeiten sowie einige Stop- und Exit-Funktionen vom Handel mit SPX- oder Aktienoptionen.

Dieser Artikel beschreibt die wichtigsten Besonderheiten bei der Konfiguration und beim Handel von ES-Future-Optionen in der OptionsApp.

2. Handelszeiten und Handelstag #

Die ES-Session beginnt um 18:00 Uhr US Eastern Time (New York) am Vorabend und endet am folgenden Tag um 17:00 Uhr. Zwischen 17:00 und 18:00 Uhr findet die tägliche Handelspause statt.

Die reguläre Handelszeit des ES beginnt um 09:30 Uhr und endet um 17:00 Uhr. Die reguläre Handelszeit des ES ist also eine Stunde länger als die reguläre Handelszeit sonst an der US-Börse.

Bei Optionen auf Futures gibt es innerhalb der laufenden Session keine separate nachbörsliche Zeit. Außerhalb der regulären Handelszeit besteht der wesentliche Unterschied in der Liquidität. Quotes können deutlich dünner oder zeitweise nur einseitig sein.

Entscheidend ist außerdem die Zuordnung zum Handelstag: Die um 18:00 Uhr beginnende Session gehört bereits zum folgenden Handelstag.

Ein am Montag um 18:30 Uhr eröffneter Trade ist daher ein Dienstags-Trade. Im Dashboard wird dieser Trade unter Dienstag geführt. Diese Zuordnung gilt ebenfalls für Wochentagsfilter, DTE und den Tageszähler für die maximale Anzahl an Ausführungen.

In Deutschland beginnt die neue Session normalerweise um 00:00 Uhr. Für einen Dienstags-Trade kann daher in der Dienstagszeile direkt 00:00 als „Exec. Time“ eingetragen werden.

Wichtig: 17:00 Uhr New Yorker Zeit ist das Session-Ende und nicht der Beginn der nächsten Session. Danach folgt die tägliche Handelspause.

3. Konfiguration in der OptionsApp #

Für den Handel außerhalb der regulären Handelszeit sind drei Schritte erforderlich:

  1. In der Underlying-Auswahl nach „ES“ suchen und Weekly, Monthly oder All auswählen. (WICHTIG: Bitte darauf achten auch wirklich den Futures auszuwählen. Es gibt auch eine Aktie mit dem Tickersymbol ES.)
  2. Im Trade Template „Use Ext. Hours Orders“ aktivieren.
  3. In der Konfiguration die gewünschte Uhrzeit unter „Exec. Time“ in der eingestellten Zeit eintragen.

Die OptionsApp erkennt automatisch, welchem Handelstag die eingetragene Uhrzeit zugeordnet werden muss.

Liegt eine konfigurierte Uhrzeit außerhalb der Session, innerhalb der täglichen Pause oder fehlt „Use Ext. Hours Orders“ im verwendeten Trade Template, erscheint direkt in der Konfiguration ein entsprechender Hinweis.

Liegt die Ausführungszeit nach lokalem Kalender am Vorabend, kennzeichnet die OptionsApp die Uhrzeit zusätzlich mit einer Mondsichel und „(day before)“.

Im Dashboard erscheint der Trade unabhängig davon immer unter dem zugehörigen Handelstag.

Der Marktstatus kann beim ES folgende Zustände anzeigen:

StatusBedeutung
OPENReguläre Handelszeit
OPEN (Ext.)Laufende Session außerhalb der regulären Handelszeit
CLOSEDTägliche Pause oder Wochenende

OPEN (Ext.) ist beim ES aufgrund der langen Session ein regulärer Zustand und stellt keine Störung dar.

3.1 Entry- und Exit-Conditions #

Sollen Entry- oder Exit-Conditions außerhalb der regulären Handelszeit ausgewertet werden, muss zusätzlich „Include ext. hours“ im jeweiligen Condition-Dialog aktiviert werden.

Dadurch können sich auch Indikatorwerte verändern. Ein EMA über die gesamte Session kann beispielsweise andere Werte liefern als ein EMA, der ausschließlich die reguläre Handelszeit berücksichtigt. Bei bestehenden Templates können sich dadurch die Signale verändern.

4. Stops und Exits #

Beim ES ist zwischen Orders zu unterscheiden, die direkt bei IB liegen, und Funktionen, die von der OptionsApp selbst ausgewertet werden.

Bei IB hinterlegtVon der OptionsApp ausgewertet
Stop LossEarly Exit
Profit TargetExit when Delta
Exit when underlying priceExit when Short/Long Ratio
Entry- und Exit-Conditions

Ein Stop Loss wird beim ES als Stop-Market-Order beim Broker hinterlegt und kann auch außerhalb der regulären Handelszeit aktiv sein. Dies gilt auf Leg-, Gruppen- und Combo-Ebene.

Auch Early Exit sowie Delta- und Ratio-Exits können während der erweiterten ES-Session ausgewertet werden. Da diese Funktionen von der OptionsApp gesteuert werden, muss die App laufen und die benötigten Marktdaten müssen verfügbar sein.

Fehlen beispielsweise aktuelle Greeks oder geeignete Quotes, findet die entsprechende Prüfung nicht statt. Die OptionsApp handelt nicht auf Daten, die ihr nicht zur Verfügung stehen.

4.1 Early Exit und Extended Hours #

Beim Early Exit ist entscheidend, ob im verwendeten ES-Options-Template „Use Ext. Hours Orders“ aktiviert ist.

Ist „Use Ext. Hours Orders“ nicht aktiviert, bezieht sich der Early Exit ausschließlich auf die regulären Handelszeiten. Angaben wie „30 Minuten nach Eröffnung“ oder „30 Minuten vor Schließung“ orientieren sich dann an Beginn und Ende der regulären Handelszeit.

Ist „Use Ext. Hours Orders“ aktiviert, wird beim ES dagegen die gesamte erweiterte ES-Handelszeit berücksichtigt. Der Early Exit orientiert sich dann am Beginn und Ende der vollständigen ES-Session.

Beispiel: Bei aktiviertem „Use Ext. Hours Orders“ bedeutet „30 Minuten nach Eröffnung“ beim ES 30 Minuten nach Session-Beginn um 18:00 Uhr New Yorker Zeit. Ohne aktivierte Extended Hours bezieht sich dieselbe Einstellung auf den Beginn der regulären Handelszeit um 09:30 Uhr.

5. Wichtige Besonderheiten #

Außerhalb der regulären Handelszeit kann die Liquidität deutlich geringer sein. Ein Stop kann auf einem Kurs auslösen, obwohl kein entsprechend handelbarer Markt vorhanden ist. Umgekehrt kann er aufgrund fehlender geeigneter Marktdaten auch nicht auslösen.

Funktionen, die von der OptionsApp selbst ausgewertet werden, benötigen eine laufende Anwendung und verfügbare Daten. Beim Broker hinterlegte Orders bleiben davon grundsätzlich unberührt.

Während der ES-Session können außerdem durch regelmäßige technische Resets von Interactive Brokers kurzzeitig Verbindung oder Marktdaten ausfallen.

Besonders wichtig ist der Verfall: Läuft eine ES-Future-Option im Geld aus, ohne vorher geschlossen zu werden, kann daraus eine Position im ES-Future im Konto entstehen. SPX-Optionen werden dagegen in Cash abgerechnet.

Am Verfallstag endet der Handel der verfallenden ES-Weekly bereits um 16:00 Uhr New Yorker Zeit und damit eine Stunde vor dem regulären Session-Ende.

6. Unterschiede zu SPX #

EigenschaftESSPX / Aktienoptionen
Sessionca. 23 StundenReguläre Handelszeit
Erweiterte Handelszeit in der OptionsAppJaNein
Abrechnung bei VerfallFuture-Position möglichCash bei SPX / Aktien bei Aktienoptionen
Stop Loss mit Ext. HoursAuf allen Ebenen möglichEingeschränkt
Delta-, Ratio- und Strike-Offset-Exit außerhalb der regulären ZeitMöglichGesperrt

Die Sonderbehandlung ergibt sich aus dem gewählten Underlying ES. Für eine Ausführung außerhalb der regulären Handelszeit muss im Trade Template zusätzlich „Use Ext. Hours Orders“ aktiviert sein.