View Categories

Beispiel-Trade: Iron Condor mit Stop und Stop Adjustment (0-DTE)

3 Minuten Lesezeit

Der Iron Condor ist eine beliebte Optionsstrategie, die auf eine Seitwärtsbewegung des Underlyings setzt. Er besteht aus vier Optionen: zwei Calls (ein Short und ein Long) sowie zwei Puts (ebenfalls ein Short und ein Long). Ziel ist es, Prämie aus dem Zeitwertverfall zu generieren, während die Risikobegrenzung durch die jeweiligen Long-Optionen gewährleistet wird.

In diesem Beispiel wird ein Iron Condor auf Tagesbasis (0-DTE) gehandelt. Die Schließungslogik basiert ausschließlich auf einem definierten Stop Loss, der automatisch angepasst wird, sobald ein Teilgewinn erzielt wurde.

Aufbau des Iron Condors #

Der Iron Condor besteht aus zwei Gruppen:

Gruppe 1 – Call-Seite:

  • Short Call (z. B. Strike 6450)
  • Long Call (z. B. Strike 6470)

Gruppe 2 – Put-Seite:

  • Short Put (z. B. Strike 6350)
  • Long Put (z. B. Strike 6330)

Jede Gruppe erhält ein Short-Leg als Main-Lag (das jeweils erste definierte Leg in der Gruppe) sowie ein abhängiges Long-Leg, das automatisch relativ zum Main-Leg positioniert wird.

Wichtig: In der OptionsApp gilt pro Gruppe immer genau ein Main-Lag – also das erste Leg in der Gruppe. An dieses können dann mehrere abhängige Legs (z. B. zur Absicherung) oder auch unabhängige zusätzliche Legs angehängt werden. Die abhängigen Legs beziehen sich stets auf das eine definierte Main-Lag.

Daher müssen in diesem Fall zwei Gruppen erstellt werden, damit sowohl für die Call-Seite als auch für die Put-Seite jeweils ein eigenes Main-Lag definiert werden kann. Nur so lassen sich die jeweiligen Long-Legs sauber als abhängige Legs mit einem definierten Strike-Abstand anlegen.


Stop Loss auf den Shorts #

Für jedes Main-Leg wird ein Stop Loss gesetzt, der auf 200 % der eingenommenen Prämie festgelegt ist. Das bedeutet: Wenn sich die Prämie des jeweiligen Short-Legs verdreifacht, wird eine Market-Order ausgelöst und die jeweilige Gruppe geschlossen.

Der Stop wird nicht auf die Long-Legs gesetzt, da diese primär als Absicherung dienen und nicht das Risiko bestimmen.


Stop Adjustment #

Zusätzlich wird ein Stop Adjustment aktiviert: Sobald ein Short-Leg 50 % Gewinn erzielt hat (also z. B. Prämie von 1,00 auf 0,50 gefallen ist), wird der ursprüngliche Stop Loss automatisch enger gesetzt – in diesem Fall ebenfalls auf 200 % des reduzierten Einstandspreises.

Beispiel:

  • Initiale Prämie: 3,00
  • 50 % Gewinn erreicht: Prämie fällt auf 1,50
  • Neuer Stop: 1,50 × 2 = 3,00

Das bedeutet, der ursprüngliche Verlustbereich wird stark eingegrenzt, sobald ein Teilgewinn erzielt wurde. Weitere Details zu dieser Funktion finden sich im Artikel Stop Adjustment in der Dokumentation.


Umsetzung in der OptionsApp #

Im Trade Template wird folgendermaßen vorgegangen:

  1. Zwei Gruppen anlegen: „Put-Seite“ und „Call-Seite“.
  2. In jeder Gruppe ein Short-Leg (als Main-Lag) definieren.
  3. Jeweils ein Long-Leg als abhängiges Leg mit festem Strike-Abstand zum Main-Lag hinzufügen.
  4. Für beide Gruppen die folgenden P&L-Actions definieren:
    • Stop Loss: 200 % der Prämie
    • Stop Adjustment: Trigger bei 50 % Gewinn, neuer Stop auf insgesamt 200 % (also 100 % Aufschlag)
  5. Der gesamte Trade wird als 0-DTE-Strategie geplant.
  6. Ein Profit Target ist in diesem Setup optional.

Wichtiger Hinweis zur Orderübermittlung #

Ein Trade-Template – unabhängig davon, wie viele Legs oder Gruppen es enthält – wird immer als eine einzige kombinierte Eröffnungsorder an die Trader Workstation (TWS) übermittelt. Die OptionsApp prüft dabei nicht, ob die Konstellation vom Broker angenommen wird. Ungültige Kombinationen (z. B. fehlerhafte Ratios oder ungültige Verbindungen) werden von der TWS ggf. abgelehnt.

Die Close-Orders (Stop, Take-Profit etc.) werden hingegen einzeln je nach Definition der P&L-Actions übermittelt. Das bedeutet, dass z. B. eine Gruppe geschlossen wird, wenn das Stop-Level des Main-Legs dieser Gruppe erreicht wurde – nicht zwangsläufig der gesamte Iron Condor.