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Condition: SMA (Simple Moving Average)

4 Minuten Lesezeit

1. Überblick #

Der Simple Moving Average (SMA) ist ein technischer Indikator, der den Durchschnitt vergangener Kurse über einen definierten Zeitraum berechnet.

Im Gegensatz zum Exponential Moving Average (EMA) werden beim SMA alle Kurse innerhalb des gewählten Zeitraums gleich gewichtet. Jeder einzelne Kurs fließt somit mit demselben Einfluss in die Berechnung ein.

Wird beispielsweise ein SMA 200 Day verwendet, berechnet sich dieser aus dem Durchschnitt der Schlusskurse der letzten 200 Handelstage.

Beim EMA werden dagegen neuere Kurse stärker gewichtet als ältere Kurse, wodurch der Indikator schneller auf aktuelle Marktbewegungen reagiert.

SMAs werden genutzt, um Trends besser einzuordnen und Kursbewegungen zu glätten. Je nach Strategie können kurze, mittlere oder lange Zeiträume verwendet werden.

2. Typische SMA-Zeiträume #

SMAs können auf unterschiedliche Zeitperioden angewendet werden. Häufig verwendete Werte sind zum Beispiel:

  • 9, 12 oder 20 Zeiteinheiten für kurzfristige Betrachtungen
  • 50 Zeiteinheiten für mittelfristige Betrachtungen
  • 200 Zeiteinheiten für langfristige Betrachtungen

Besonders bekannt ist der 200-Tage-SMA, der häufig zur Einschätzung langfristiger Trends verwendet wird.

Die Zeiteinheit kann dabei beispielsweise Minuten, Stunden oder Tage betragen.

3. Interpretation des SMA #

Liegt der aktuelle Kurs über dem SMA, wird dies häufig als bullisches Signal interpretiert. Dies deutet darauf hin, dass der Markt aktuell eher Stärke zeigt und steigende Kurse wahrscheinlicher sind.

Liegt der aktuelle Kurs unter dem SMA, wird dies häufig als bärisches Signal interpretiert. Dies deutet darauf hin, dass der Markt aktuell eher Schwäche zeigt und fallende Kurse wahrscheinlicher sind.

Wichtig: Ein SMA liefert keine Garantie für zukünftige Kursbewegungen. Der Indikator stellt lediglich eine technische Einschätzung des aktuellen Markttrends dar und sollte immer zusammen mit weiteren Analysewerkzeugen und Marktinformationen betrachtet werden.

4. Verwendung in der OptionsApp #

In der OptionsApp kann der SMA sowohl als Entry Condition als auch als Exit Condition verwendet werden.

Damit können Trades beispielsweise nur dann eröffnet werden, wenn sich das Underlying oberhalb eines bestimmten SMA befindet. Ebenso können bestehende Trades automatisch geschlossen werden, wenn der Kurs einen definierten SMA unterschreitet oder überschreitet.

Der SMA eignet sich besonders als Trendfilter, um nur in Richtung eines übergeordneten Markttrends zu handeln.

5. Konfiguration des SMA #

Die Konfiguration erfolgt innerhalb der Entry Conditions oder Exit Conditions von links nach rechts.

5.1 Underlying auswählen #

Zunächst wird das gewünschte Underlying ausgewählt, beispielsweise SPX.

5.2 Value auswählen #

Im nächsten Schritt wird „Value“ ausgewählt. Dadurch wird festgelegt, dass der Kurswert des gewählten Underlyings für die Auswertung verwendet werden soll.

5.3 Kurswert und Zeiteinheit auswählen #

Anschließend wird ausgewählt, welcher Kurswert verwendet werden soll.

Typischerweise wird hier:

  • Close
  • Minute

verwendet.

Dadurch wird der zuletzt abgeschlossene Minutenwert des Underlyings verwendet.

5.4 Operator auswählen #

Im nächsten Schritt wird der gewünschte Vergleichsoperator ausgewählt.

Mögliche Operatoren sind beispielsweise:

  • größer als (>)
  • kleiner als (<)
  • größer oder gleich (>=)
  • kleiner oder gleich (<=)

5.5 SMA konfigurieren #

Als Vergleichswert wird anschließend der SMA ausgewählt.

Danach werden die Parameter des SMA festgelegt:

  • Periode, z. B. 9, 20, 50 oder 200
  • Zeiteinheit, z. B. Minute, Hour oder Day

Ein Beispiel wäre:

SPX Value Close Minute > SMA 200 Day

In diesem Fall wird geprüft, ob der zuletzt abgeschlossene Minutenwert des SPX größer ist als der 200-Tage-SMA.

6. Praxisbeispiele #

6.1 Handel nur oberhalb des 200-Tage-SMA #

Ein Trade soll nur eröffnet werden, wenn sich der Markt in einem langfristigen Aufwärtstrend befindet.

Konfiguration:

SPX Value Close Minute > SMA 200 Day

Der Trade wird nur eröffnet, wenn der aktuelle SPX-Wert oberhalb des 200-Tage-SMA liegt.

6.2 Handel nur unterhalb des 200-Tage-SMA #

Ein Trade soll nur eröffnet werden, wenn sich der Markt in einem langfristigen Abwärtstrend befindet.

Konfiguration:

SPX Value Close Minute < SMA 200 Day

Der Trade wird nur eröffnet, wenn der aktuelle SPX-Wert unterhalb des 200-Tage-SMA liegt.

6.3 Exit bei Trendwechsel #

Der SMA kann auch als Exit Condition verwendet werden.

Beispielsweise kann ein Trade automatisch geschlossen werden, sobald der aktuelle Kurs unter einen definierten SMA fällt.

Dadurch kann der SMA als zusätzlicher Schutzmechanismus verwendet werden, wenn sich der Markt gegen die ursprüngliche Handelsrichtung entwickelt.

6.4 Vergleich zweier SMAs #

Neben dem Vergleich des aktuellen Kurses mit einem SMA können auch zwei SMAs miteinander verglichen werden.

Dadurch lassen sich Trendwechsel oder Veränderungen in der Marktdynamik erkennen. Häufig wird dabei ein kurzfristiger SMA mit einem längerfristigen SMA verglichen.

Beispielsweise kann folgende Bedingung erstellt werden:

SMA 15 < SMA 35

In diesem Fall wird geprüft, ob der SMA mit der Periode 15 unterhalb des SMA mit der Periode 35 liegt.

Da der SMA 15 schneller auf Kursbewegungen reagiert als der SMA 35, wird diese Konstellation häufig als Hinweis auf einen eher schwächeren oder fallenden Markt interpretiert.

Umgekehrt wäre folgende Bedingung möglich:

SMA 15 > SMA 35

Hier liegt der kurzfristige SMA oberhalb des längerfristigen SMA. Dies wird häufig als Hinweis auf einen eher stärkeren oder steigenden Markt interpretiert.

Die Konfiguration erfolgt dabei analog zur normalen SMA-Bedingung. Statt eines Kurswertes (Value → Close) wird auf der linken Seite ein SMA gewählt und auf der rechten Seite ebenfalls ein SMA als Vergleichswert definiert.

Beispiel:

SMA 15 Minute > SMA 35 Minute

Dadurch wird geprüft, ob der kurzfristige 15-Minuten-SMA oberhalb des langfristigeren 35-Minuten-SMA liegt.

Auch hier gilt, dass ein SMA-Crossover keine Garantie für zukünftige Kursbewegungen darstellt. Die Signale sollten stets im Zusammenhang mit weiteren Marktinformationen und Handelsregeln betrachtet werden.

7. Unterschiede zwischen SMA und EMA #

Sowohl der SMA als auch der EMA dienen dazu, Trends sichtbar zu machen und kurzfristige Kursschwankungen zu glätten.

Der wesentliche Unterschied liegt in der Gewichtung der Kurse:

  • Beim SMA werden alle Kurse innerhalb des gewählten Zeitraums gleich gewichtet.
  • Beim EMA werden neuere Kurse stärker gewichtet als ältere Kurse.

Dadurch reagiert der EMA schneller auf aktuelle Marktbewegungen, während der SMA häufig als etwas ruhiger und stabiler wahrgenommen wird.

Welcher Indikator besser geeignet ist, hängt vom jeweiligen Handelsstil und Anwendungsfall ab.

8. Hinweise zur Verwendung #

Kurze SMAs reagieren schneller auf Kursbewegungen und liefern frühere Signale. Gleichzeitig entstehen dadurch häufiger Fehlsignale bei kurzfristigen Marktschwankungen.

Lange SMAs reagieren deutlich träger, filtern dafür aber einen großen Teil kurzfristiger Schwankungen heraus und eignen sich besonders zur Bestimmung des übergeordneten Trends.

In der Praxis wird häufig der 200-Tage-SMA als langfristiger Trendfilter verwendet. Viele Strategien eröffnen Long-orientierte Positionen nur dann, wenn sich der Markt oberhalb dieses SMA befindet.

Der SMA kann mit weiteren Entry Conditions oder Exit Conditions kombiniert werden, beispielsweise mit RSI, EMA, ADX/DMI, VIX-Bedingungen oder anderen technischen Indikatoren. Dadurch lassen sich komplexere Handelsregeln und Filterlogiken umsetzen.