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OptionsApp

Entry & Exit Conditions (und Filter/Trigger Logik)

Stand: 2. Juli 20258 Min Lesezeit

In der OptionsApp lassen sich sogenannte Entry und Exit Conditions definieren - also Bedingungen, die beim Einstieg oder Ausstieg eines Trades erfüllt sein müssen.

Neben der klassischen Nutzung über Filter und Trigger kann eine Entry- oder Exit-Condition auch als Webhook angelegt werden. In diesem Fall erfolgt die Auslösung nicht über eine interne Bedingungsprüfung der OptionsApp, sondern über ein extern gesendetes Webhook-Signal.

1. Was sind Entry Conditions?

Entry Conditions bestimmen, wann ein Trade eröffnet wird. In einer Konfiguration können eine oder mehrere Bedingungen kombiniert werden, etwa technische Indikatoren wie der EMA, MACD oder ADX, aber auch Werte wie ein Overnight Gap oder Intraday-Movement.

2. Was sind Exit Conditions?

Exit Conditions bestimmen, wann ein Trade geschlossen wird. Ebenso wie bei den Entry Conditions können eine oder mehrere Bedingungen dafür kombiniert werden. Es stehen die gleichen technischen Indikatoren zur Verfügung.

3. Unterschied: Filter vs. Trigger

Ob eine Condition als Filter oder Trigger verwendet wird, hat entscheidende Auswirkungen auf das Verhalten des Trades.

3.1 Entry-Condition als Filter

Die Bedingung wird einmalig zur definierten Zeit geprüft. Wenn sie erfüllt ist, wird der Trade eröffnet. Wenn nicht, wird der Trade auf CANCELED gesetzt und nicht ausgeführt.

Im folgenden Beispiel wird ein Trade definiert (im Zeitplan der Strategie), dem eine Filter Entry-Condition zugeordnet wurde. Konkret bedeutet dies, dass der hier konfigurierte Trade um 10:30 Uhr (Exec. Time) ausgeführt wird, insofern die Filter Entry-Condition erfüllt ist. Die Expiration (min) gibt lediglich an, wie lange die OptionsApp versuchen soll, den Trade zu eröffnen. Bei einfachen Trades (einzelne Legs oder Spreads) reichen in der Regel 1 Minute, bei komplexeren Konstrukturen kann man bspw. auf 2 Minuten gehen.

3.2 Entry- und Exit-Condition Trigger

Es wird ein Zeitfenster definiert, in dem die Bedingung erfüllt werden soll (dies erfolgt im Zeitplan der Strategie). Die OptionsApp wartet innerhalb dieses Zeitfensters auf das Erfüllen der Condition und eröffnet oder schließt den Trade sobald sie erstmals auf "wahr" schaltet. Wichtig ist dabei zu beachten, dass die Condition von "falsch" auf "wahr" umschalten muss. Das heißt, wenn die Condition schon vorher erfüllt ist, wird der Trade nicht eröffnet bzw. geschlossen.

Activate if condition is met at entry

Bei Entry-Conditions mit Triggern gibt es seit einem Update die Möglichkeit analog zu Option Omega den Trade auch dann ausführen zu lassen, wenn die Bedingung zu Beginn des Prüfzeitraums bereits erfüllt war. Dazu ist bei der Konfiguration der Entry-Bedingung der Haken bei "Activate if condition is met at entry" zu setzen.

Retry after trade canceled

Zusätzlich steht bei Entry-Triggern die Option "Retry after trade canceled" zur Verfügung. Diese Option greift, wenn der Trigger ausgelöst wurde, der Trade jedoch anschließend nicht erfolgreich eröffnet werden konnte und auf CANCELED gesetzt wurde. Dies kann beispielsweise passieren, wenn keine Ausführung zustande kam, keine passenden Strikes gefunden wurden oder Bedingungen aus dem Trade Template nicht erfüllt waren.

Ist "Retry after trade canceled" aktiviert, muss die Trigger-Bedingung nicht erneut von "falsch" auf "wahr" wechseln. Solange der Trigger weiterhin erfüllt ist, versucht die OptionsApp im Minutentakt erneut, den Trade zu eröffnen. Die erneuten Versuche erfolgen maximal bis zum Ablauf der eingestellten Exec. Timeout Zeit. Dabei müssen weiterhin alle Voraussetzungen erfüllt sein, insbesondere der Entry Trigger sowie die Bedingungen des Trade Templates.

Trade mit Trigger

Im folgenden Beispiel wird ein Trade definiert (im Zeitplan der Strategie), dem eine Trigger Entry-Condition zugeordnet wurde. Konkret bedeutet dies, dass der hier konfigurierte Trade innerhalb der Zeitspann von 10:30 (Exec. Time) bis 11:30 (Exec. Timeout) eröffnet werden kann. Er wird eröffnet, wenn das Trigger-Signal während dieser Zeitspanne erfüllt wird (aktiv von "falsch" auf "wahr" schaltet). Oder bei Setzen des Hakens bei "Activate if condition is met at entry", wenn die Bedingung um 10:30 Uhr bereits erfüllt ist. Zusätzlich erscheint ein Feld Max Exec., welches angibt, wie oft ein Trade eröffnet wird bei mehrfachen Wiedereintreten der Bedingung (hier: 3x).

Die Felder Exec. Timeout und Max. Exec. werden nur dann angezeigt, wenn eine Trigger Entry-Condition zugeordnet ist.

Hinweis: Entry Conditions können als Filter, Trigger oder Webhook angelegt werden. Exit Conditions hingegen können nicht als Filter, sondern ausschließlich als Trigger oder Webhook verwendet werden, da ein Exit immer aktiv ausgelöst werden muss.

Bei Triggern gilt: Anders als etwa bei einem Stop Loss können Trigger-Signale nur einmal pro Minute verarbeitet werden, jeweils zu Beginn einer neuen Minute. Liegt die Bedingung also bereits innerhalb einer laufenden Minute vor, kann die Auslösung erst nach Abschluss dieser Minute erfolgen. Wenn eine Exit Condition beispielsweise um 10:40:25 auf wahr schaltet, kann die Schließung des Trades erst um 10:41:00 ausgelöst werden.

Wird statt eines Triggers ein Webhook verwendet, erfolgt die Auslösung nicht über die interne Prüfung einer Condition innerhalb eines Zeitfensters, sondern über ein extern gesendetes Signal, welches die Eröffnung oder Schließung sofort triggert.

4. Aufbau & Logik

In den Fenstern "Trade Entry Condition" oder "Trade Exit Condition" lassen sich Bedingungen Schritt für Schritt von links nach rechts konfigurieren:

In diesem Beispiel:

  • Underlying: SPX
  • Indikator: EMA
  • Zeitraum: 5 Minuten
  • Vergleich: Größer als
  • Vergleichswert: EMA 20 Minuten

Das bedeutet: Wenn der EMA (5min) über dem EMA (20min) liegt, ist die Bedingung erfüllt. Wenn diese Bedingung als Filter definiert ist, dann erfolgt die Prüfung einmalig zum Entry-Zeitpunkt. Wenn die Bedingungen als Trigger definiert ist, dann muss der EMA (5min) den EMA (20min) von unten nach oben überschreiten (bzw. von unten nach oben kreuzen), damit der Trigger auslöst.

Include ext. hours

Bei Strategien auf den ES-Future steht in der Kopfzeile des Dialogs "Trade Entry Condition" bzw. "Trade Exit Condition" zusätzlich der Haken "Include ext. hours". Er legt fest, ob die Condition auch außerhalb der regulären Handelszeit geprüft wird. Bei anderen Underlyings und bei Webhook-Conditions erscheint er nicht.

Der Haken Include ext. hours im Dialog Trade Entry Condition
  • Mit Haken rechnet die Condition mit Minutenkursen über die gesamte Session und wird während der gesamten Session geprüft, nicht aber in der täglichen Pause und am Wochenende.
  • Ohne Haken (Voreinstellung) rechnet die Condition nur mit Kursen der regulären Handelszeit und wird nur in dieser Zeit geprüft. Ein Filter mit einer Exec. Time außerhalb dieser Zeit eröffnet den Trade nicht, der Trade steht dann auf CANCELED. Ein Trigger beginnt erst mit der regulären Handelszeit zu prüfen.

Der Haken gilt für alle Zeilen einer Condition und verändert auch tagsüber die Indikatorwerte, weil die Berechnung dann die Kurse außerhalb der regulären Handelszeit einschließt. Ein EMA über die gesamte Session ergibt andere Werte als ein EMA über die reguläre Handelszeit. Wer den Haken bei einer bestehenden Condition setzt, ändert damit deren Signale.

Damit ein Trade außerhalb der regulären Handelszeit tatsächlich eröffnet wird, sind zusätzlich "Use Ext. Hours Orders" im Trade Template und eine Freischaltung im Benutzerportal nötig. Einzelheiten: Optionen auf den ES-Future.

5. Verknüpfung mehrerer Bedingungen

Mit Klick auf "Add condition" kann man weitere Bedingungen anhängen. Im ersten Feld lässt sich definieren, wie diese Bedinung verknüpft werden soll (UND/ODER-Logik).

In diesem erweiterten Beispiel müssen zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

  • Der kurzfristige EMA (5min) über dem längerfristigen EMA (min).
  • Der letzte Schlusskurs des SPX liegt über dem SMA (200 Tage), also dem 200-Tage-Durchschnitt.

Nur wenn beide Bedingungen zutreffen (bei "UND"), wird der Trade eröffnet oder geschlossen. Mit "OR" genügt das Erfüllen einer der Bedingungen.

UND-Verknüpfungen bei Trigger

Wenn bei einer Entry- oder Exit Condition mehrere Trigger-Bedingungen mit UND verknüpft werden, wird der Trigger erst dann ausgelöst, wenn alle Bedingungen erfüllt sind und die letzte noch unerfüllte Bedingung aktiv von "nicht erfüllt" auf "erfüllt" schaltet.

Bei einem Beispiel mit 3 Conditions bedeutet das konkret:

  • Es können bereits zwei von drei Bedingungen seit längerer Zeit erfüllt sein. Ausgelöst wird erst dann, wenn die dritte (zuvor unerfüllte) Bedingung ihren Status aktiv ändert (von falsch auf wahr).
  • Entscheidend ist also der Moment, in dem die letzte noch ausstehende Bedingung hinzukommt und dadurch die Gesamtheit der Bedingungen erstmals vollständig erfüllt ist.
  • Wurden alle Bedingungen bereits zuvor erfüllt (es stehen alle auf WAHR) und ändert sich später nichts mehr aktiv an ihrem Status, wird kein erneutes Auslösen erfolgen. Erst wenn eine oder mehrere der Bedingungen wieder unerfüllt sind und danach wieder erfüllt werden, würde eine weitere Eröffnung ausgelöst werden.

6. Beispiel für eine Exit Condition

Die bisherigen genannten Beispiele waren alle mit Entry Conditions. Daher möchte ich dir noch ein Beispiel geben, wie eine Exit Condition definiert werden kann. Der größte Unterschied zu den Entry Conditions ist, dass die Exit Condition ausschließlich als Trigger definiert werden kann. Ansonsten ist der Aufbau und die Logik dahinter identisch.

In diesem Beispiel würde der Trade geschlossen werden, wenn der VIX über 20 steigt.

7. Ausführung bei einer Exit-Condition

Wenn du eine Exit-Condition hinterlegst, wird der Trade mit einer Market Order geschlossen. So wird sichergestellt, dass du bei Erfüllen der Bedingungen auch definitiv aus dem Trade rauskommst.

8. Unterschied "Close" zu "Close + Current"

In der OptionsApp ist bei der Auswahl von Entry- oder Exitbedingungen entscheidend, ob du "Close" oder "Close + Current" verwendest. Der Unterschied liegt darin, welche Kurse in die Berechnung des Indikators einfließen: Mit "Close" arbeitet die Bedingung ausschließlich mit vollständig abgeschlossenen Handelstagen. Wählst du dagegen "Close + Current", wird zusätzlich der aktuelle, noch laufende Tageskurs (also der Live-/Intraday-Stand) in die Berechnung einbezogen. Genau dieses Verhalten entspricht auch der gängigen Testlogik von Option Omega, bei der Indikatoren auf Basis von "Close + Current" berechnet werden - also aus den Schlusskursen der vergangenen Tage ("Close") und dem aktuellen Tageskurs ("Current").

Ein Beispiel macht das deutlich: Bei einem SMA mit 14 Tagen nutzt die Einstellung "Close" die Schlusskurse der letzten 14 abgeschlossenen Tage, um den Durchschnitt zu berechnen. Mit "Close + Current" werden dagegen nur die letzten 13 Schlusskurse genommen - und als 14. Wert kommt der aktuelle Kurs des heutigen Tages hinzu. Dadurch reagiert der Indikator schneller auf neue Bewegungen und Signale können früher entstehen.

9. Liste verfügbarer Entry und Exit Conditions

Folgende Entry und Exit Conditions stehen zur Verfügung:

  • Value: Wert bzw. Punktestand des Underlyings
  • EMA: Exponential Moving Average
  • SMA: Simple Moving Average
  • RSI: Relative Strength Index
  • Overnight Gap: Differenz zwischen Vortages-Schlusskurs und Tageseröffnung
  • Intraday Movement: Bewegung des Underlyings innerhalb des Tages
  • DMI (ADX): Trendstärke laut Average Directional Index
  • DMI (+DI): Positiver Directional Movement Index
  • MACD (Line): Differenz aus schneller und langsamer gleitender Durchschnitt
  • MACD (Histogram): Abstand zwischen MACD-Linie und Signal-Linie
  • Movement Since Trade Opening: Bewegung des Underlyings ab Trade-Eröffnung
  • Price-Movement: Preisbewegung bzw. Rendite der letzten X Minuten
  • Expected Move: Expected Move berechnet aus 0DTE ATM Straddle
  • Expected Move Consumption [%]: misst das Intraday Movement in Relation zum Expected Move

Jede dieser Conditions kann individuell konfiguriert und beliebig kombiniert werden.

10. Praktischer Hinweis zur Benennung

Im Feld "Entry Condition"/"Exit Condition" sollte eine eindeutige Bezeichnung vergeben werden, z. B. "EMA5>20 & SPX>SMA200". Dies erleichtert das Wiederfinden und Zuordnen deutlich.

11. Weiterführende Dokumentationen

Nachfolgend findest du detaillierte Beschreibungen einzelner Entry und Exit Conditions:

Bedingungen für Aktien und ETFs werden in derselben Maske angelegt. Was dort anders ist und welche Indikatoren zur Verfügung stehen, beschreibt der Artikel Aktien & ETFs: Bedingungen und Indikatoren.

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