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Handeln außerhalb der regulären Börsenzeiten (Use Ext. Hours Orders)

Stand: 20. September 20254 Min Lesezeit

1. Überblick

Die Option Use Ext. Hours Orders im Trade Template erlaubt es der OptionsApp, außerhalb der regulären Handelszeiten (Regular Trading Hours, RTH) tätig zu werden. Ohne diese Option beschränkt sie sich auf die reguläre Handelszeit des jeweiligen Instruments.

Was außerhalb der Handelszeiten möglich ist, hängt vom Instrument ab, nicht von der OptionsApp. Handelszeiten, zulässige Ordertypen und die Art, wie ein Stop ausgelöst wird, geben die jeweilige Börse und der Broker vor. Für einzelne Produktgruppen gelten deshalb besondere Regeln, und diese Regeln können sich ändern. Die OptionsApp fragt sie beim Broker ab und bietet im Trade Template nur an, was für den gewählten Kontrakt zulässig ist.

Ab Version 2.0 setzt diese Option zusätzlich eine Freischaltung im Benutzerportal voraus, siehe Abschnitt 7.

2. Zwei Arten von Instrumenten

Für das Verhalten außerhalb der regulären Handelszeiten ist entscheidend, ob das Instrument überhaupt eine abgegrenzte reguläre Handelszeit kennt.

  • Instrumente mit klar abgegrenzter regulärer Handelszeit, etwa Optionen auf SPX oder auf Aktien. Hier sind außerhalb dieser Zeit die manuelle Eröffnung sowie Orders möglich, die dort aktiv bleiben. Eine zeit- oder bedingungsgesteuerte Eröffnung findet nicht statt. Die Abschnitte 3 bis 5 beschreiben diesen Fall.
  • Instrumente ohne abgegrenzte reguläre Handelszeit, etwa Optionen auf den ES-Future. Bei ihnen kennt die Börse keine reguläre Handelszeit im üblichen Sinn, sondern eine nahezu durchgehende Sitzung mit täglicher Unterbrechung und ohne Handel am Wochenende. Hier führt die OptionsApp auch zeitgesteuerte Eröffnungen, Ausstiegsprüfungen und den Rückfall auf eine Market Order in der gesamten Sitzung aus. Vor jeder dieser Prüfungen steht eine Prüfung der Datenqualität; ohne belastbare Marktdaten unterbleibt die Prüfung. Einzelheiten dazu: Optionen auf den ES-Future.

3. Entry außerhalb der regulären Handelszeiten

Bei Instrumenten mit abgegrenzter regulärer Handelszeit ist ein automatisierter Entry ausschließlich während dieser Zeit möglich. Außerhalb davon können lediglich manuell 0-DTE-Trades eröffnet werden. Zu beachten ist dabei, dass die Spreads außerhalb der regulären Handelszeiten oft deutlich größer sind. Dies kann dazu führen, dass eine Limit Order nicht ausgeführt wird, auch wenn die Bedingung theoretisch erfüllt ist.

4. Exit außerhalb der regulären Handelszeiten

Für den Exit gelten bei Instrumenten mit abgegrenzter regulärer Handelszeit außerhalb dieser Zeit besondere Regeln. Normale Market Orders und Stop Orders werden dort nicht ausgeführt. Der Grund liegt in den Spreads: Da sie außerhalb der regulären Handelszeiten sehr groß sein können, würde eine Market Order zu ungünstigen Preisen ausgeführt.

Stattdessen ist es möglich, mit REL Orders zu arbeiten. Diese können auch in Extended Hours genutzt werden, wenn das Offset ausreichend groß gewählt wird. Das Offset sollte bewusst großzügig eingestellt sein, damit es die tatsächliche Marktsituation in den Extended Hours realistisch abbildet und eine Ausführung ermöglicht.

Nachteilig ist allerdings, dass REL Orders nicht auf Combos angewandt werden können, sondern lediglich auf einzelne Legs. Daraus resultiert, dass in den Extended Hours grundsätzlich nur Stops auf einzelne Legs platziert werden können.

Exit-Varianten wie Early Exit oder Delta Exit stehen bei Instrumenten mit abgegrenzter regulärer Handelszeit außerhalb dieser Zeit nicht zur Verfügung, ebenso wenig wie allgemeine Exit Conditions. Im Trade Template stehen deshalb nur die Ausstiegsarten zur Verfügung, die für den gewählten Kontrakt tatsächlich wirksam sind. Prüfungen, die auf Kennzahlen des Basiswerts beruhen, etwa Delta-basierte Ausstiege, werden nur durchgeführt, wenn die dafür nötigen Daten vorliegen.

5. Profit Target außerhalb der regulären Handelszeiten

Beim Profit Target gibt es bezüglich der Extended Hours einen Sonderfall. Hier kann für die Profit Order separat der Haken Activate on ext. hours gesetzt werden:

Sollte die Option "Use Ext. Hours Orders" im Trade Template deaktiviert sein und gleichzeitig aber ein Profit Target eingestellt sein, worin "Active on ext. hours" angewählt ist, so ist nur die Limit Order des Profit Targets außerhalb der regulären Börsenöffnungszeiten aktiv.

6. Kurs des Basiswerts außerhalb der Handelszeiten

Außerhalb der regulären Handelszeiten steht für viele Basiswerte kein verlässlicher Kurs zur Verfügung. Die OptionsApp schätzt den Kurs in diesem Fall modellbasiert aus Optionsdaten und verwendet ihn für die Kontraktsuche.

Die Kontraktauswahl kann dadurch von der Auswahl abweichen, die auf Basis des tatsächlichen Kurses erfolgt wäre.

7. Freischaltung erforderlich

Ab Version 2.0 setzt das Handeln außerhalb der regulären Handelszeiten eine Freischaltung im Benutzerportal voraus. Sie steht dort im Bereich Approvals unter "Orders außerhalb der regulären Handelszeiten".

Ohne diese Freischaltung beschränkt sich die OptionsApp auf die reguläre Handelszeit des jeweiligen Instruments. Das zeigt sich bereits beim Speichern des Trade Templates: Die Einstellung Use Ext. Hours Orders bleibt wählbar, das Template lässt sich jedoch nicht speichern, und die Meldung nennt die fehlende Freischaltung.

Maßgeblich ist der Stand bei Eröffnung des Trades. Eine später erteilte oder zurückgenommene Freischaltung wirkt nicht auf laufende Trades.

Der Text der Bestätigung im Freischaltungsdialog lautet:

Ich erlaube der OptionsApp, außerhalb der regulären Handelszeiten tätig zu werden, bei Instrumenten ohne abgegrenzte reguläre Handelszeit auch zeitgesteuert zu eröffnen, zu prüfen und zu schließen. Mir ist dabei bekannt, dass dort mit einem geschätzten Kurs des Basiswerts gearbeitet wird, dass nicht jeder Ordertyp wirksam ist und dass bei einzelnen Instrumenten bestimmte Schließungsmechanismen dort nicht auslösen.

Weitere Einzelheiten: Freischaltungen im Benutzerportal.

8. Hinweise für Anwender

Die Nutzung außerhalb der regulären Handelszeiten erfordert besondere Vorsicht. Bei Instrumenten mit abgegrenzter regulärer Handelszeit sind Market Orders und Standard-Stop Orders in den vor- und nachbörslichen Zeiten nicht verfügbar. Wer dort handelt, sollte daher bewusst mit REL Orders und ausreichend großen Offsets arbeiten und sicherstellen, dass Profit Targets über die entsprechende Einstellung auch wirklich aktiviert sind. Welche Ausstiegsarten für einen Kontrakt tatsächlich wirksam sind, zeigt das Trade Template: Es bietet nur diese an.

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