1. Überblick #
Die Funktion Margin Allocation [%] ermöglicht eine dynamische Positionsgrößensteuerung.
Anstatt eine feste Anzahl an Kontrakten zu definieren, wird pro Trade ein prozentualer Anteil des Kontowerts als maximale Margin-Allokation festgelegt.
Die tatsächliche Anzahl der zu eröffnenden Kontrakte wird unmittelbar vor der Orderplatzierung automatisch berechnet.
Die Berechnung erfolgt dabei auf Basis des Risikoprofils des jeweiligen Trades. Sollte eine eindeutige Risikoberechnung nicht möglich sein (z. B. bei Konstruktionen mit theoretisch unbegrenztem Risiko oder komplexen Spread-Strukturen mit unterschiedlichen Laufzeiten), wird die vom Broker gemeldete Margin-Auswirkung herangezogen.
2. Position in der Benutzeroberfläche #
Die Funktion befindet sich im Bereich Strategy.
Aktivierung über die Checkbox Margin Allocation [%]
Nach Aktivierung wird die Spalte Quantity von einer festen Kontraktanzahl auf eine Prozentangabe umgestellt.

Die Prozentangabe kann pro Trade individuell definiert werden.
3. Grundprinzip der Berechnung #
Die Prozentangabe bezieht sich auf den aktuellen Kontowert.
Beispiel:
Kontowert: 50.000 USD
Margin Allocation: 10 %
→ Der Trade darf maximal 5.000 USD Margin beanspruchen.
Vor der Trade-Eröffnung wird automatisch berechnet:
- Wie hoch ist das maximal zulässige Margin-Budget anhand des Kontowerts?
- Wie hoch ist die zu erwartende Margin-Belastung des Trades?
- Wie viele Kontrakte passen in die definierte prozentuale Allokation?
Die finale Kontraktanzahl wird unmittelbar vor dem Entry bestimmt.
4. Berechnungslogik im Detail #
Die Ermittlung der Kontraktanzahl erfolgt in folgender Reihenfolge:
1. Interne Risikobewertung des Trades #
Zunächst wird das Risikoprofil der definierten Konstruktion analysiert.
Bei klar strukturierten Strategien mit definiertem Maximalrisiko (z. B. Verticals, Iron Condors, Credit Spreads) kann daraus direkt eine nachvollziehbare Margin-Belastung abgeleitet werden.
2. Verwendung der IB-Margin (falls erforderlich) #
Ist eine interne Risikobewertung nicht sinnvoll möglich, wird die Margin-Auswirkung über die Schnittstelle zu TWS ermittelt. Dies betrifft insbesondere Konstruktionen wie:
- Short Calls mit theoretisch unbegrenztem Risiko
- Kombinationen mit unterschiedlichen Laufzeiten (bspw. Calendar Spreads)
3. Iterative Margin-Bestimmung #
Wird die IB-Margin verwendet, erfolgt die Ermittlung der Kontraktanzahl iterativ:
- Zunächst wird die Margin-Auswirkung für einen Kontrakt abgefragt.
- Auf Basis des definierten Margin-Budgets wird eine theoretische Kontraktanzahl berechnet.
- Für diese Kontraktanzahl wird erneut die Margin-Auswirkung abgefragt.
- Falls die resultierende Margin das definierte Budget überschreitet, wird die Kontraktanzahl angepasst und erneut geprüft.
Dieser Prozess wiederholt sich, bis die Kontraktanzahl bestmöglich innerhalb des vorgegebenen Margin-Budgets liegt.
Intern wurde die maximale Anzahl pro Trade auf 100 Kontrakte limitiert.
Dieses Limit gilt ausschließlich bei Anwendung der Funktion „Margin Allocation [%]“ und dient als Schutzmechanismus gegen Fehlkonfigurationen oder unerwartete Margin-Berechnungen.
Zu beachten ist, dass die Marginangabe für denselben Trade stark variieren kann. Dies ist abhängig von den Margin-Regeln des jeweiligen Brokers, der je nach Marktphase die Marginanforderungen dynamisch anpassen kann.
Bereits offene Positionen können zudem erheblichen Einfluss auf die zu erwartende Marginanforderung eines neuen Trades haben.
5. Praxisbeispiel #
Im Screenshot ist die Funktion Margin Allocation [%] aktiviert.

Die Strategy enthält 4 Trades mit folgenden Prozentwerten:
Trade 1 → 5,0 %
Trade 2 → 5,0 %
Trade 3 → 10,0 %
Trade 4 → 20,0 %
Angenommen es handelt sich um ein Konto mit Kontowert = 50.000 $. Dann ergeben sich folgende maximal zulässige Margin-Budgets:
Trade 1 → 2.500 USD
Trade 2 → 2.500 USD
Trade 3 → 5.000 USD
Trade 4 → 10.000 USD