OptionsApp

P&L Action: Profit Target

Stand: 1. Juli 20255 Min Lesezeit

Die Profit-Target-Funktion in der OptionsApp erlaubt es, Positionen automatisch zu schließen, sobald ein definierter Gewinn erreicht wurde. Diese Gewinnschwelle kann prozentual zur gezahlten Prämie, als fester Gewinnbetrag oder als fester Preis der Kombination definiert werden. Die Funktion steht für einzelne Legs, Gruppen oder Combos zur Verfügung und wird über die Sektion P&L Actions aktiviert.

1. Funktionsweise in der OptionsApp

Im Bereich P&L Actions kann ein Profit Target aktiviert werden. Dabei lässt sich festlegen, ab welchem Gewinnniveau (in Prozent, als Betrag oder als fester Preis) die Position ganz oder teilweise geschlossen werden soll.

Beispielhafte Darstellung:

In diesem Beispiel:

  • Sobald der Trade 50 % im Gewinn ist, wird er zu 100 % geschlossen.

2. Prozent, fester Betrag (Amount) oder fester Preis (Price Level)

Ob das Profit Target auf Prozentbasis, als fixer Betrag oder als fester Preis definiert ist, lässt sich im ersten Dropdown-Menü der Profit-Target-Zeile einstellen:

  • Percentage: Schließt bei erreichtem Gewinn in Prozent (bezogen auf die Entry-Prämie).
  • Amount: Schließt bei erreichtem absoluten Betrag im Gewinn.
    WICHTIG: Hierbei handelt es sich nicht um den Restwert der Option / der Combo, sondern um den Gewinnbetrag, wieviel die Option / Combo im Gewinn liegt.
  • Price Level: Schließt, sobald die Kombination einen festen Preis erreicht. Eingetragen wird kein Abstand zum Einstieg, sondern direkt der Limit-Preis der Schließorder.

Beispiel:

  • Bei 2,50 $ Entry-Prämie bedeutet ein Profit Target von 50 % einen Gewinn von 1,25 $.
  • Alternativ kann auch direkt „Amount at 1.25 $“ als absoluter Betrag angegeben werden.
  • Der Unterschied besteht darin, dass bei fixem Betrag (Amount) der Gewinnbetrag, unabhängig von der Entry-Prämie immer 1.25$ beträgt. Im Fall von "Percentage" würde der Gewinnbetrag, abhängig von der Entry-Prämie, berechnet werden.

Price Level: Vorzeichen beachten

Der Preis wird auf derselben Skala angegeben wie in der Spalte Price im Dashboard. Ob er positiv oder negativ ist, hängt davon ab, wie der Trade eröffnet wurde:

  • Credit-Trade (Prämie wird eingenommen, z. B. Short Put Spread): Der Preis ist negativ. Ein Spread, der für 2,00 $ verkauft wurde und bei 0,30 $ zurückgekauft werden soll, wird als -0,30 eingetragen.
  • Debit-Trade (Prämie wird bezahlt, z. B. Long Call): Der Preis ist positiv.

Faustregel: Das Profit Target muss auf dieser Skala über dem Einstiegspreis liegen. Im Beispiel liegt -0,30 über dem Einstiegspreis von -2,00.

Bei mehreren Profit Targets muss jeder Preis höher sein als der vorherige. Andernfalls lässt sich das Trade Template nicht speichern und es erscheint die Meldung "Each profit target price must be higher than the one before it!".

Vor dem Eröffnen prüft die OptionsApp, ob der Preis für die Kombination erreichbar ist und über dem aktuellen Mid-Preis (Mittelwert aus Bid und Ask) der Legs liegt. Fällt eine der Prüfungen durch, etwa wegen eines vergessenen Minuszeichens, wird der Trade nicht eröffnet. Die Meldung lautet dann "Configured price level on the wrong side" mit dem genauen Grund.

3. Close-Anteil

Rechts im Feld „close“ kann definiert werden, wie viel Prozent der Position bei Erreichen des Ziels geschlossen werden sollen.

Dabei ist zu beachten, dass ein Wert kleiner 100% nur dann Sinn macht, wenn man in der Strategie mehr als 1 Einstieg definiert hat (Quantity > 1) und man möchte, dass sich der Profit Target nur auf einen Teil der Positionen auswirkt.

  • 100 % bedeutet: Die gesamten geöffneten Positionen werden geschlossen.
  • Weniger als 100 %: Nur ein Teil der Positionen werden geschlossen - das ist nur sinnvoll, wenn mehr als eine Position gleichzeitig läuft.

Anwendungsfall für Close-Werte unter 100%

Hat man bspw. vor, einen Trade 2x zu eröffnen (Quantity = 2), und der Profit Target soll sich nur auf eine Stückzahl beziehen, so ist bei close 50% einzutragen.

Wichtig:
In den allermeisten Fällen wird mit einem Close-Anteil von 100 % gearbeitet. Der Fall, dass mehrere Positionen geöffnet und nur teilweise geschlossen werden, ist eher selten.

Anwendungsfall für ungerade Close-Werte

Wenn man bei Close-Werten auf Nachkomma-Prozentwerte kommt aufgrund der schlechten Teilbarkeit der Position, ist es wichtig zu wissen, wie Prozentangaben intern interpretiert werden. Die OptionsApp arbeitet hierbei mit Abrundungslogik, sodass beispielsweise die Eingabe von 66 % bei einer dreiteiligen Position nur einen Trade schließt - also lediglich 33,33 % (abgerundet). Um tatsächlich zwei von drei Positionen zu schließen, sollte stattdessen 67 % angegeben werden. Der Wert muss über die rechnerische Schwelle hinausgehen, damit er in der Umsetzung auf die gewünschte Stückzahl rundet. Bei ungeraden Positionsgrößen empfiehlt es sich daher, die Prozentangabe entsprechend leicht nach oben anzupassen, um das erwartete Verhalten sicherzustellen.

Wir empfehlen in solchen Fällen dringend, zunächst im Paper-Trading das gewünschte Verhalten zu überprüfen!

4. Mehrere Profit-Targets definieren

Es ist möglich, mehrere Profit Targets hinzuzufügen - zum Beispiel:

  • Bei 30 % Gewinn: Schließe 50 % der Position.
  • Bei 60 % Gewinn: Schließe die restlichen 50 %.

Dies geschieht über den Link „Add target“ auf der rechten Seite des Moduls.

WICHTIG: Auch hier sei gesagt, dass diese Einstellung nur dann Sinn ergibt, wenn bspw. 2, 4 oder 6 Trades eröffnet werden. Ein einzelner Trade kann nicht geteilt werden!

5. Typische Anwendung in der Praxis

Beispiel 1:
Ein 0DTE Trade (z. B. ein Short Put mit 1,50 $ Prämie) soll bei einem Gewinn von 0,75 $ (50 %) automatisch geschlossen werden.

Konfiguration:

  • Type: Percentage
  • at: 50%
  • close: 100%

Beispiel 2:
Ein Trade soll mit 2 Positionen eröffnet werden, allerdings soll nur einer der Positionen mit einem Profit Target geschlossen werden bei 70% im Gewinn.

Konfiguration:

  • at: 70%
  • close: 50%

6. WICHTIG zu beachten

Der Benutzer muss stets bei der Konfiguration bedenken, welche Order daraus resultiert und dass diese von der TWS angenommen werden muss.

Werden widersprüchliche oder sinnlose Konfigurationen vorgenommen, kann es nicht nur zur Abweisung der Profit Target Order, sondern auch mit weiteren Mechanismen kommen (bspw. eine angehangene Stop Loss Order).

Im Folgenden 2 Negativbeispiele, die solche Probleme auslösen können:

  • Wird eine Position zum Beispiel mit 0,75 $ Amount und close: 90 % konfiguriert, aber nur eine Position ist offen, kann dies zu Fehlverhalten führen - da 90 % von einer Position nicht eindeutig umsetzbar sind.
  • Wenn bspw. bei einem Credit-Spread ein Profit Target von 100% konfiguriert wird, so würde die TWS die Order abweisen (weil eine Limit-Order einer Short-Position auf 0,00$ nicht akzeptiert wird).

7. Profit Target in Extended Hours

Es besteht die Möglichkeit, die Profit Target Order außerhalb der regulären Börsenzeiten aktiv zu schalten. Dafür muss der Haken Activate on ext. hours gesetzt werden:

Das heißt konkret, dass alle anderen aktiven Orders des Trade Templates nur während der regulären Handelszeiten aktiv sind, außer die Profit Target Order. Dies kann bei mehrtätigen Trades sinnvoll sein, da im Fall einer Profit Target Order immer eine Limit Order platziert wird und dadurch generell eine Ausführung, die schlechter als das Limit ist, ausgeschlossen ist.

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