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Umbau von Schließungs-Orders bei nicht handelbaren Legs

Stand: 21. September 20264 Min Lesezeit

1. Überblick

Umfasst die Schließungslogik eines Trades mehr als ein Leg, liegt die Schließungs-Order als Combo beim Broker. Wird ein Leg dieser Combo nicht mehr handelbar oder hat es keinen gültigen Marktpreis mehr, kann der Broker die Combo als Ganzes nicht mehr bepreisen. Die Schließungs-Order kommt dann nicht mehr zur Ausführung, und die Position lässt sich nicht mehr über sie schließen.

Mit der Freischaltung "Umbau von Schließungs-Orders bei nicht handelbaren Legs" darf die OptionsApp die Schließungs-Order in diesem Fall selbst anpassen. Wie sie das tut, hängt davon ab, um welche Art von Leg es geht. Die Freischaltung wird im Benutzerportal im Bereich Approvals erteilt, siehe Freischaltungen im Benutzerportal.

Typisch ist der Fall bei einem Long-Leg, das weit aus dem Geld steht und kurz vor dem Verfall nahezu wertlos geworden ist: Der Broker stellt für dieses Leg kein Bid mehr, und die Combo wird dadurch unverkäuflich.

2. Voraussetzungen

  • Die Freischaltung ist im Benutzerportal erteilt.
  • Der Trade hat eine Schließungslogik, die mehr als ein Leg umfasst, etwa einen Stop Loss oder ein Profit Target auf Combo-Ebene.
  • Maßgeblich ist der Stand der Freischaltung bei Eröffnung des Trades. Eine später erteilte oder zurückgenommene Freischaltung wirkt nur auf neu eröffnete Trades.

3. Fall 1: Ein Long-Leg wird aus der Schließungs-Order entfernt

Das betroffene Leg wird aus der Order entfernt, und die Schließungslogik wird auf die verbleibenden Legs übertragen. Der ursprünglich für die gesamte Combo festgelegte Preis wird dabei unverändert übernommen. Die OptionsApp berechnet keinen eigenen Preis.

Vor dem Umbau wird geprüft, ob dieser Preis gegenüber den verbleibenden Legs sofort auslösen würde oder ob sich das mangels Marktdaten nicht beurteilen lässt. In beiden Fällen unterbleibt der Umbau, und die bestehenden Schließungs-Orders bleiben unverändert am Markt. Liegt zu diesem Zeitpunkt keine Schließungs-Order mehr beim Broker, überwacht die OptionsApp die Position weiter und versucht den Umbau später erneut.

Der Umbau wird mit der Meldung INFO 058: Close order rebuilt angezeigt. Sie nennt die Legs, die ausgeschlossen wurden, und weist darauf hin, dass Stop- und Zielpreise unverändert übernommen sind. Erholt sich der Wert eines ausgeschlossenen Legs wieder, gehört es erneut zur Schließungs-Order.

Liegen für ein Leg überhaupt keine Marktdaten vor, also weder Bid noch Mark noch Ask, bleibt es in der Schließungs-Order. Die OptionsApp meldet das mit WARNING 057: No market data - close-order leg kept. Ein Leg ohne handelbare Quote kann die Ausführung der Schließungs-Order verhindern; die Position sollte dann in der TWS geprüft werden.

4. Fall 2: Ein nahezu wertloses Short-Leg wird zurückgekauft

Ein Short-Leg lässt sich jederzeit zurückkaufen. Ist es aber nahezu wertlos, kann der Broker für die Combo als Ganzes keinen Preis mehr bestimmen, und die Schließungs-Order wird nicht mehr ausgeführt.

Einfach aus der Order entfernen lässt sich ein Short-Leg nicht: Die Short-Position bliebe offen und trägt ein unbegrenztes Risiko. Die OptionsApp kauft sie deshalb zuerst einzeln zurück und führt anschließend die ursprüngliche Schließung wieder herbei. Der Rückkauf erfolgt zum jeweils gültigen Marktpreis.

Das geschieht nur, solange keine verfügbare Preisquelle für dieses Leg einen Wert oberhalb der Schwelle für nahezu wertlose Legs zeigt. Diese Schwelle ist in der OptionsApp festgelegt und hat nichts mit dem Stop Loss oder dem Profit Target des Trades zu tun. Zeigt eine Quelle mehr, gilt das Leg nicht als wertlos, der Rückkauf unterbleibt, und die Position bleibt unverändert.

5. Was die OptionsApp dabei nicht tut

  • Sie berechnet keinen eigenen Preis. Der Preis der ursprünglichen Order wird übernommen.
  • Sie baut nicht um, wenn der übernommene Preis gegenüber den verbleibenden Legs sofort auslösen würde oder wenn sich das mangels Marktdaten nicht beurteilen lässt.
  • Sie entfernt kein Short-Leg aus einer Schließungs-Order.
  • Sie kauft kein Short-Leg zurück, für das eine Preisquelle einen Wert oberhalb der Schwelle für nahezu wertlose Legs zeigt (siehe Fall 2). Diese Schwelle ist unabhängig vom Stop Loss.
  • Sie sagt nicht zu, dass die Position geschlossen wird. In seltenen Fällen, etwa bei fehlerhaften Marktdaten des Brokers, kann ein Umbau oder Rückkauf zu unerwarteten Ausführungen und wirtschaftlichen Nachteilen führen.

6. Was ohne diese Freischaltung geschieht

Ohne diese Freischaltung werden Trades, deren Schließungslogik mehr als ein Leg umfasst, nicht eröffnet. Das zeigt sich bereits beim Speichern des Trade Templates: Die Einstellung bleibt wählbar, das Template lässt sich jedoch nicht speichern, und die Meldung nennt die fehlende Freischaltung.

Laufende Trades sind davon nicht betroffen. Für sie gilt weiterhin der Stand, der bei ihrer Eröffnung galt.

7. Dokumentation im Trade-Protokoll

Jeder Umbau und jeder Rückkauf wird im Trade-Protokoll dokumentiert, mit der ursprünglichen Order, der neuen Order, dem Auslöser und den Marktdaten zum Zeitpunkt. Ebenso wird jeder Fall dokumentiert, in dem ein Umbau oder ein Rückkauf unterbleibt.

8. Wortlaut der Bestätigung

Im Freischaltungsdialog steht über der Bestätigung "Bestätigung erforderlich:". Der Text des Häkchens lautet:

Ich erlaube der OptionsApp, Schließungs-Orders eigenständig anzupassen, dabei Long-Legs zu entfernen und Short-Positionen einzeln zurückzukaufen. Mir ist dabei bekannt, dass es, insbesondere bei fehlerhaften Marktdaten, zu unerwarteten Ausführungen und Verlusten kommen kann.

Die Bestätigung wird mit Datum, Uhrzeit, Textfassung und Sprache gespeichert.

9. Weiterführende Artikel

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