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Überlappende Trades in der OptionsApp: Unterschied zwischen Brutto- und Nettopositionen

Stand: 15. Oktober 20254 Min Lesezeit

1. Überblick

Wenn mehrere Trades in der OptionsApp dasselbe Finanzinstrument betreffen, kann es zu einer Überlappung von Positionen kommen. Dies geschieht beispielsweise, wenn ein später eröffneter Trade einen Strike nutzt, der bereits in einem anderen Trade enthalten ist, etwa als Long in einem bestehenden Spread und gleichzeitig als Short in einem neuen. Das gilt für alle Instrumente, die die OptionsApp handelt, also für Optionen ebenso wie für Aktien, ETFs und Futures.

Solche Konstellationen sind kein Fehler, sondern eine bewusste Funktionsweise der OptionsApp. Während die TWS in solchen Fällen oft nur die Nettoposition (also die verrechnete Summe der Long- und Short-Kontrakte) anzeigt, verwaltet die OptionsApp intern stets die Bruttopositionen jedes einzelnen Trades separat.

2. Brutto- und Nettopositionen

Nettoposition:
In der TWS werden gleiche Kontrakte (identisches Symbol, Strike, Verfall und Optionstyp) gegeneinander aufgerechnet. Besteht also beispielsweise ein Long und ein Short auf denselben Kontrakt, ergibt sich eine Nettoposition von null. Diese Nettoanzeige spiegelt nur das zusammengefasste Ergebnis wider, nicht die tatsächlich geöffneten Einzeltrades.

Bruttoposition:
Die OptionsApp betrachtet jeden Trade unabhängig. Auch wenn sich Long- und Short-Kontrakte in der TWS ausgleichen, bleiben in der App beide Trades vollständig bestehen. Jeder Trade hat seine eigenen Ausführungen, Stop- und Exit-Logiken sowie eine eigene Gewinn- und Verlustberechnung.

Damit werden alle Trades weiterhin korrekt überwacht, selbst wenn sich einzelne Legs in der TWS neutralisieren.

3. Verhalten bei überlappenden Trades

Kommt es zu einer Überschneidung, etwa wenn ein neuer Trade ein Leg nutzt, das bereits in einem anderen Trade existiert, eröffnet die OptionsApp den neuen Trade, sofern die dafür nötige Freischaltung vorliegt (siehe Abschnitt 5). Die TWS verrechnet dabei automatisch die Long- und Short-Seite auf demselben Strike und zeigt gegebenenfalls eine Nettoposition von null an.

In der OptionsApp bleiben beide Trades jedoch getrennt bestehen. Jeder Trade behält:

  • seine eigene Positions- und P&L-Logik
  • eigene Stop- und Exit-Mechanismen
  • eigene Bedingungs-Orders (Conditional Orders)

Dadurch führen überlappende Strikes nicht zu Fehlzuordnungen zwischen den Trades.

Beispiel

  • Trade A: Short Put 6.500 / Long Put 6.400
  • Trade B: Short Put 6.400 / Long Put 6.300

Beim Eröffnen von Trade B wird der Strike 6.400 sowohl verkauft (Short in B) als auch in Trade A bereits gehalten (Long).
In der TWS gleicht sich dieser Kontrakt aus, die Nettoposition für 6.400 beträgt null.
In der OptionsApp existieren jedoch weiterhin zwei getrennte Trades.

Wird einer der beiden Trades später geschlossen, stellt sich die Nettoanzeige in der TWS automatisch wieder entsprechend um.

Erklärvideo

Im folgenden Video werden zwei weitere Beispiele erläutert:

4. Sonderfälle und technische Hinweise

Gleichzeitige Close-Orders auf demselben Kontrakt

Die TWS erlaubt nicht, gleichzeitig eine Kauf- und eine Verkaufs-Close-Order auf denselben Kontrakt zu platzieren.
In diesem Fall erkennt die OptionsApp die Einschränkung und öffnet den neuen Trade nicht, da die Order technisch nicht ausführbar wäre.
In allen anderen Fällen werden überlappende Trades regulär eröffnet und separat verwaltet.

Unterschiedliche Stückzahlen

Falls sich die Positionsgrößen unterscheiden (z. B. Long 2 und Short 1 auf demselben Strike), bleibt in der TWS eine entsprechende Restposition sichtbar. Die OptionsApp verwaltet auch diese Konstellation korrekt je Trade.

Temporäre Preisaussetzung

Sollte bei einem Leg vorübergehend keine Preisbildung stattfinden, etwa bei einem nahezu wertlosen Long, schaltet die OptionsApp auf den zugehörigen Short-Stop um, bis wieder ein Marktpreis verfügbar ist. Dieser Umbau setzt eine eigene Freischaltung voraus: Umbau von Schließungs-Orders bei nicht handelbaren Legs.

Warum die Überlappung zugelassen werden kann

Würde die OptionsApp bei jeder Überlappung den neuen Trade verhindern, könnten insbesondere bei aktiven Strategien oder schnellen Marktbewegungen zahlreiche geplante Kontrakte gar nicht eröffnet werden, was viele Strategien unvollständig macht. Ab Version 2.0 entscheidet der Anwender darüber selbst, indem er die Freischaltung erteilt oder nicht.

5. Freischaltung erforderlich

Ab Version 2.0 setzt das Eröffnen eines Trades, der einer laufenden Position eines anderen Trades im selben Konto entgegensteht, eine Freischaltung im Benutzerportal voraus. Sie steht dort im Bereich Approvals unter "Überlappende Positionen zwischen Trades" und gilt für Optionen, Aktien, ETFs und Futures.

Ohne diese Freischaltung wird ein Trade nicht eröffnet, solange ein anderer laufender Trade im selben Konto eine gegenläufige Position im selben Finanzinstrument führt. Gleichgerichtete Positionen sind davon nicht betroffen: Ein weiterer Short auf einen bestehenden Short wird eröffnet, ein Long gegen einen bestehenden Short nicht. Andere Trades bleiben unberührt.

Für die Verwaltung der Trades in der OptionsApp ändert die Freischaltung nichts. Beide Trades werden weiterhin getrennt geführt und nach ihren jeweiligen Regeln geschlossen. Was sich ändert, ist allein die Depotansicht beim Broker.

Maßgeblich ist der Stand bei Eröffnung des Trades. Eine später erteilte oder zurückgenommene Freischaltung wirkt nicht auf laufende Trades.

Der Text der Bestätigung im Freischaltungsdialog lautet:

Ich erlaube der OptionsApp, Trades zu eröffnen, die einer laufenden Position eines anderen Trades im selben Konto entgegenstehen, gleich ob Optionen, Aktien, ETFs oder Futures. Mir ist dabei bekannt, dass der Broker beide im Depot miteinander verrechnet und die Depotansicht die Trades dann nicht mehr getrennt wiedergibt.

Weitere Einzelheiten: Freischaltungen im Benutzerportal.

6. Fazit

Überlappende Trades führen in der TWS häufig zu neutralen Nettoanzeigen. In der OptionsApp bleiben die Trades getrennt, sodass alle Positions-, Exit- und P&L-Regeln jederzeit eindeutig zugeordnet bleiben. Ob ein solcher Trade überhaupt eröffnet wird, entscheidet ab Version 2.0 die Freischaltung im Benutzerportal.

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