- 1. Was sind Entry Conditions?
- 2. Was sind Exit Conditions?
- 3. Unterschied: Filter vs. Trigger
- 4. Aufbau & Logik
- 5. Verknüpfung mehrerer Bedingungen
- 6. Beispiel für eine Exit Condition
- 7. Ausführung bei einer Exit-Condition
- 8. Unterschied "Close" zu "Close + Current"
- 9. Liste verfügbarer Entry und Exit Conditions
- 10. Praktischer Hinweis zur Benennung
- 11. Weiterführende Dokumentationen
In der OptionsApp lassen sich sogenannte Entry und Exit Conditions definieren – also Bedingungen, die beim Einstieg oder Ausstieg eines Trades erfüllt sein müssen. Diese Bedingungen sind zentraler Bestandteil vieler Strategien und erlauben eine präzise Steuerung des Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkts.
1. Was sind Entry Conditions? #
Entry Conditions bestimmen, wann ein Trade eröffnet wird. In einer Konfiguration können eine oder mehrere Bedingungen kombiniert werden, etwa technische Indikatoren wie der EMA, MACD oder ADX, aber auch Werte wie ein Overnight Gap oder Intraday-Movement.
2. Was sind Exit Conditions? #
Exit Conditions bestimmen, wann ein Trade geschlossen wird. Ebenso wie bei den Entry Conditions können eine oder mehrere Bedingungen dafür kombiniert werden. Es stehen die gleichen technischen Indikatoren zur Verfügung.
3. Unterschied: Filter vs. Trigger #
Ob eine Condition als Filter oder Trigger verwendet wird, hat entscheidende Auswirkungen auf das Verhalten des Trades.

Entry-Condition als Filter #
Die Bedingung wird einmalig zur definierten Zeit geprüft. Wenn sie erfüllt ist, wird der Trade eröffnet. Wenn nicht, wird der Trade auf CANCELED gesetzt und nicht ausgeführt.
Im folgenden Beispiel wird ein Trade definiert (im Zeitplan der Strategie), dem eine Filter Entry-Condition zugeordnet wurde. Konkret bedeutet dies, dass der hier konfigurierte Trade um 10:30Uhr (Exec. Time) ausgeführt wird, insofern die Filter Entry-Condition erfüllt ist. Die Expiration (min) gibt lediglich an, wie lange die OptionsApp versuchen soll, den Trade zu eröffnen. Bei einfachen Trades (einzelne Legs oder Spreads) reichen in der Regel 1 Minute, bei komplexeren Konstrukturen kann man bspw. auf 2 Minuten gehen.

Entry- und Exit-Condition Trigger #
Es wird ein Zeitfenster definiert, in dem die Bedingung erfüllt werden soll (dies erfolgt im Zeitplan der Strategie). Die OptionsApp wartet innerhalb dieses Zeitfensters auf das Erfüllen der Condition und eröffnet oder schließt den Trade sobald sie erstmals auf „wahr“ schaltet. Wichtig ist dabei zu beachten, dass die Condition von „falsch“ auf „wahr“ umschalten muss. Das heißt, wenn die Condition schon vorher erfüllt ist, wird der Trade nicht eröffnet bzw. geschlossen.
Bei Entry-Conditions mit Triggern gibt es seit einem Update die Möglichkeit analog zu OptionOmega den Trade auch dann ausführen zu lassen, wenn die Bedingung zu Beginn des Prüfzeitraums bereits erfüllt war. Dazu ist bei der Konfiguration der Entry-Bedingung der Haken bei „Activate if condition is met at entry“ zu setzen.

Im folgenden Beispiel wird ein Trade definiert (im Zeitplan der Strategie), dem eine Trigger Entry-Condition zugeordnet wurde. Konkret bedeutet dies, dass der hier konfigurierte Trade innerhalb der Zeitspann von 10:30 (Exec. Time) bis 11:30 (Exec. Timeout) eröffnet werden kann. Er wird eröffnet, wenn das Trigger-Signal während dieser Zeitspanne erfüllt wird (aktiv von „falsch“ auf „wahr“ schaltet). Oder bei Setzen des Hakens bei „Activate if condition is met at entry“, wenn die Bedingung um 10:30 Uhr bereits erfüllt ist. Zusätzlich erscheint ein Feld Max Exec., welches angibt, wie oft ein Trade eröffnet wird bei mehrfachen Wiedereintreten der Bedingung (hier: 3x).

Die Felder Exec. Timeout und Max. Exec. werden nur dann angezeigt, wenn eine Trigger Entry-Condition zugeordnet ist.
Hinweis: Die Entry Conditions können sowohl als Filter als auch als Trigger angelegt werden. Die Exit Conditions hingegen können ausschließlich als Trigger und nicht als Filter angelegt werden. Das liegt daran, dass der Exit immer aktiv ausgelöst werden muss.
Weiterer wichtiger Hinweis: Anders als bei einem Stop Loss, können Trigger-Signale immer nur 1x pro Minute erfolgen (immer zu Beginn einer Minute). Wenn man eine Exit Condition als Trigger definiert und die Bedingung schon innerhalb der laufenden Minute (bspw. bei 10:40:25) vorliegt, so kann dieses erst nach Abschluss der Minute zur Schließung des Trades führen (im Beispiel: bei 10:41:00).
4. Aufbau & Logik #
In den Fenstern „Trade Entry Condition“ oder „Trade Exit Condition“ lassen sich Bedingungen Schritt für Schritt von links nach rechts konfigurieren:

In diesem Beispiel:
- Underlying: SPX
- Indikator: EMA
- Zeitraum: 5 Minuten
- Vergleich: Größer als
- Vergleichswert: EMA 20 Minuten
Das bedeutet: Wenn der EMA(5min) über dem EMA(20min) liegt, ist die Bedingung erfüllt. Wenn diese Bedingung als Filter definiert ist, dann erfolgt die Prüfung einmalig zum Entry-Zeitpunkt. Wenn die Bedingungen als Trigger definiert ist, dann muss der EMA(5min) den EMA(20min) von unten nach oben überschreiten (bzw. von unten nach oben kreuzen), damit der Trigger auslöst.
5. Verknüpfung mehrerer Bedingungen #
Mit Klick auf „Add condition“ kann man weitere Bedingungen anhängen. Im ersten Feld lässt sich definieren, wie diese Bedinung verknüpft werden soll (UND/ODER-Logik).

In diesem erweiterten Beispiel müssen zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:
- Der kurzfristige EMA(5min) über dem längerfristigen EMA(min).
- Der letzte Schlusskurs des SPX liegt über dem SMA(200 Tage), also dem 200-Tage-Durchschnitt.
Nur wenn beide Bedingungen zutreffen (bei „UND“), wird der Trade eröffnet oder geschlossen. Mit „OR“ genügt das Erfüllen einer der Bedingungen.
UND-Verknüpfungen bei Trigger #
Wenn bei einer Entry- oder Exit Condition mehrere Trigger-Bedingungen mit UND verknüpft werden, wird der Trigger erst dann ausgelöst, wenn alle Bedingungen erfüllt sind und die letzte noch unerfüllte Bedingung aktiv von „nicht erfüllt“ auf „erfüllt“ schaltet.
Bei einem Beispiel mit 3 Conditions bedeutet das konkret:
- Es können bereits zwei von drei Bedingungen seit längerer Zeit erfüllt sein. Ausgelöst wird erst dann, wenn die dritte (zuvor unerfüllte) Bedingung ihren Status aktiv ändert (von falsch auf wahr).
- Entscheidend ist also der Moment, in dem die letzte noch ausstehende Bedingung hinzukommt und dadurch die Gesamtheit der Bedingungen erstmals vollständig erfüllt ist.
- Wurden alle Bedingungen bereits zuvor erfüllt (es stehen alle auf WAHR) und ändert sich später nichts mehr aktiv an ihrem Status, wird kein erneutes Auslösen erfolgen. Erst wenn eine oder mehrere der Bedingungen wieder unerfüllt sind und danach wieder erfüllt werden, würde eine weitere Eröffnung ausgelöst werden.
6. Beispiel für eine Exit Condition #
Die bisherigen genannten Beispiele waren alle mit Entry Conditions. Daher möchte ich dir noch ein Beispiel geben, wie eine Exit Condition definiert werden kann. Der größte Unterschied zu den Entry Conditions ist, dass die Exit Condition ausschließlich als Trigger definiert werden kann. Ansonsten ist der Aufbau und die Logik dahinter identisch.

In diesem Beispiel würde der Trade geschlossen werden, wenn der VIX über 20 steigt.
7. Ausführung bei einer Exit-Condition #
Wenn du eine Exit-Condition hinterlegst, wird der Trade mit einer Market Order geschlossen. So wird sichergestellt, dass du bei Erfüllen der Bedingungen auch definitiv aus dem Trade rauskommst.
8. Unterschied „Close“ zu „Close + Current“ #
In der OptionsApp ist bei der Auswahl von Entry- oder Exitbedingungen entscheidend, ob du „Close“ oder „Close + Current“ verwendest. Der Unterschied liegt darin, welche Kurse in die Berechnung des Indikators einfließen: Mit „Close“ arbeitet die Bedingung ausschließlich mit vollständig abgeschlossenen Handelstagen. Wählst du dagegen „Close + Current“, wird zusätzlich der aktuelle, noch laufende Tageskurs (also der Live-/Intraday-Stand) in die Berechnung einbezogen. Genau dieses Verhalten entspricht auch der gängigen Testlogik von OptionOmega, bei der Indikatoren auf Basis von „Close + Current“ berechnet werden – also aus den Schlusskursen der vergangenen Tage („Close“) und dem aktuellen Tageskurs („Current“).
Ein Beispiel macht das deutlich: Bei einem SMA mit 14 Tagen nutzt die Einstellung „Close“ die Schlusskurse der letzten 14 abgeschlossenen Tage, um den Durchschnitt zu berechnen. Mit „Close + Current“ werden dagegen nur die letzten 13 Schlusskurse genommen – und als 14. Wert kommt der aktuelle Kurs des heutigen Tages hinzu. Dadurch reagiert der Indikator schneller auf neue Bewegungen und Signale können früher entstehen.
9. Liste verfügbarer Entry und Exit Conditions #
Folgende Entry und Exit Conditions stehen zur Verfügung:
- Value: Wert bzw. Punktestand des Underlyings
- EMA: Exponential Moving Average
- SMA: Simple Moving Average
- RSI: Relative Strength Index
- Overnight Gap: Differenz zwischen Vortages-Schlusskurs und Tageseröffnung
- Intraday Movement: Bewegung des Underlyings innerhalb des Tages
- DMI (ADX): Trendstärke laut Average Directional Index
- DMI (+DI): Positiver Directional Movement Index
- MACD (Line): Differenz aus schneller und langsamer gleitender Durchschnitt
- MACD (Histogram): Abstand zwischen MACD-Linie und Signal-Linie
Jede dieser Conditions kann individuell konfiguriert und beliebig kombiniert werden.
10. Praktischer Hinweis zur Benennung #
Oben im Feld „Entry Condition“/“Exit Condition“ sollte eine eindeutige Bezeichnung vergeben werden, z. B. „EMA5>20 & SPX>SMA200“. Dies erleichtert das Wiederfinden und Zuordnen deutlich.
11. Weiterführende Dokumentationen #
Nachfolgend findest du detaillierte Beschreibungen einzelner Entry und Exit Conditions: